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Beleuchtung richtig planen: LED, Lichtszenen und smarte Steuerung

Lichtfarbe, Farbwiedergabe, Dimmbarkeit und Lichtszenen: wie Sie Beleuchtung Raum für Raum planen und mit LED-Technik dauerhaft Strom sparen.

Von Wladislaw Neuberger, Geschäftsführer Neuberger Elektrotechnik Veröffentlicht Aktualisiert

Licht prägt die Wirkung eines Raums so stark wie Farben, Böden und Möbel und wird trotzdem oft zuletzt geplant. Das Ergebnis ist dann ein einzelner Deckenauslass in der Raummitte: funktional, aber ohne Atmosphäre. Wer früh plant, kann mit LED-Technik und einer passenden Steuerung für gutes Licht sorgen und gleichzeitig Strom sparen.

Warum Lichtplanung mehr ist als Helligkeit

Licht wirkt nicht nur auf das Sehen, sondern auch auf das Befinden. Warmweißes, gedimmtes Licht wird als gemütlich empfunden. Licht mit hohem Blauanteil, wie es tageslichtweiße Lampen abgeben, wirkt anregend. Deshalb passt kaltes, helles Licht eher zum Arbeitsplatz und warmes, gedämpftes Licht eher in den Abend.

Bei der Arbeit führen zu wenig Licht, Blendung oder Spiegelungen auf dem Bildschirm schneller zu Ermüdung. In Arbeitsstätten ist die Beleuchtung deshalb geregelt. Im Privathaus entscheiden Sie selbst, mit einer guten Planung lässt sich viel erreichen.

LED-Technik: worauf es ankommt

Helligkeit in Lumen

Die Helligkeit einer Lampe wird in Lumen (lm) angegeben, nicht in Watt. Watt beschreibt nur die aufgenommene Leistung. Zur Einordnung: Eine früher übliche 60-Watt-Glühlampe gab rund 700 Lumen ab. Je mehr Lumen eine Lampe je Watt liefert, desto effizienter ist sie.

Lichtfarbe in Kelvin

Die Lichtfarbe wird als Farbtemperatur in Kelvin (K) angegeben:

  • Warmweiß (2.700 bis 3.300 K): gemütlich, für Wohnzimmer, Schlafzimmer und Essbereich. Für das Wohnzimmer empfiehlt die Verbraucherzentrale 2.500 bis 2.700 K.
  • Neutralweiß (zwischen 3.300 und 5.300 K): sachlich und klar, für Küche, Flur und Arbeitsbereiche
  • Tageslichtweiß (über 5.300 K): anregend, für Arbeitsplätze und Werkstätten

Ein häufiger Fehler ist eine einheitliche Lichtfarbe im ganzen Haus. Wer im Schlafzimmer unter kühlem Arbeitslicht liest, empfindet den Raum schnell als ungemütlich.

Farbwiedergabe (Ra)

Der Farbwiedergabeindex Ra (auch CRI) beschreibt, wie naturgetreu Farben unter einer Lichtquelle wirken. Der höchste Wert ist 100. Laut Verbraucherzentrale sollte er nicht unter 80 liegen. In der Küche und über dem Esstisch sollte er möglichst über 90 liegen, im Bad und im Schlafzimmer, wo Kleidung ausgewählt und geschminkt wird, bei mindestens 90.

Dimmbarkeit

Nicht jede LED-Lampe lässt sich dimmen, und nicht jeder Dimmer arbeitet mit jeder LED zusammen. Ungeeignete Kombinationen führen zu Flackern oder dazu, dass die Lampe gar nicht leuchtet. Ein häufiger Grund: Dimmer und Transformatoren haben eine Mindestlast, die mit sparsamen LEDs unterschritten wird. Hersteller veröffentlichen Listen, welche Dimmer mit welchen Lampen funktionieren. Deshalb sollten Leuchtmittel und Dimmer schon bei der Planung aufeinander abgestimmt werden.

Stromverbrauch und Lebensdauer

LED-Lampen verbrauchen bei gleicher Helligkeit bis zu 80 Prozent weniger Energie als herkömmliche Glühlampen und Halogenlampen (Verbraucherzentrale Niedersachsen). Die meisten LED-Lampen sind für etwa 25.000 Betriebsstunden ausgelegt. Bei knapp drei Stunden Betrieb am Tag sind das mehr als 25 Jahre. Auf der Verpackung stehen die Energieeffizienzklasse von A bis G und der Verbrauch in kWh je 1.000 Stunden. Die Skala von A bis G gilt für Lampen seit dem 1. September 2021.

Halogenlampen sollten Sie laut Verbraucherzentrale frühzeitig durch LED ersetzen, wenn das technisch ohne Probleme möglich ist, auch wenn sie noch funktionieren.

Raumweise Planung

Die Richtlinie RAL-RG 678 gibt auch für Beleuchtungsanschlüsse Richtwerte vor. Im Ausstattungswert 2 (Standard) sind es zum Beispiel drei Anschlüsse in der Küche, zwei im Wohnzimmer bis 20 m² und drei in größeren Wohnzimmern. Im Neubau lohnt es sich, diese Auslässe gleich mit der Lichtplanung festzulegen.

Küche: funktional und wohnlich

In der Küche braucht es zuverlässiges Arbeitslicht und eine wohnliche Wirkung. Bewährt hat sich ein dreistufiges Konzept: eine helle, neutralweiße Grundbeleuchtung an der Decke, Unterbauleuchten über der Arbeitsfläche, die ohne Schatten auf die Schneidfläche leuchten, und Akzentlicht etwa in Vitrinen oder offenen Regalen. Wegen der Lebensmittel ist hier eine gute Farbwiedergabe wichtig.

Wohnzimmer: Licht in Ebenen

Fernsehen, Lesen und Besuch verlangen unterschiedliches Licht. Drei Ebenen arbeiten gut zusammen: indirektes Grundlicht, etwa über Wandleuchten oder LED-Bänder hinter Möbeln, gezieltes Leselicht und Akzente, die Bilder oder Architektur betonen. Alle Lichtkreise sollten dimmbar sein, sonst fehlt die Flexibilität.

Bad: Schutzbereiche und Spiegellicht

Im Bad legt DIN VDE 0100-701 Schutzbereiche um Dusche und Badewanne fest. Davon hängt ab, welche Leuchten mit welcher Schutzart wo montiert werden dürfen. Die Spiegelbeleuchtung sollte blendfrei und gleichmäßig sein und das Gesicht von vorn oder von beiden Seiten ausleuchten. Eine gute Farbwiedergabe ist hier wichtiger als die genaue Lichtfarbe.

Arbeitszimmer: blendfrei und hell genug

Für konzentriertes Arbeiten empfiehlt die Verbraucherzentrale eine höhere Farbtemperatur von 4.000 bis 6.500 K. Entscheidend ist die Blendfreiheit: Leuchten sollten weder direkt ins Blickfeld strahlen noch sich im Bildschirm spiegeln. Eine Schreibtischleuchte, die gezielt die Arbeitsfläche beleuchtet, ergänzt die Raumbeleuchtung. Wer viel in Videokonferenzen sitzt, profitiert von gleichmäßigem Licht von vorn.

Außenbereich: Sicherheit und Orientierung

Leuchten mit Bewegungsmeldern beleuchten Eingang und Wege, wenn jemand kommt. Wegeleuchten verhindern Stolperfallen, Strahler können Fassade oder Bepflanzung betonen. Außenleuchten brauchen eine für den Einbauort geeignete Schutzart. Weil sie oft viele Stunden brennen, lohnt sich hier sparsame LED-Technik besonders.

Lichtszenen und Steuerung

Szenen auf Knopfdruck

Mit einer Lichtsteuerung lassen sich mehrere Lichtkreise zu Szenen zusammenfassen: „Fernsehen“ dimmt das Wohnzimmer und schaltet Akzentlicht aus, „Essen“ setzt warmes Licht über dem Tisch, „Arbeiten“ schaltet helles Licht im Arbeitszimmer ein, „Alles aus“ schaltet beim Verlassen das ganze Haus ab. Szenen lassen sich per Taster, App oder Sprachbefehl abrufen.

Bewegungs- und Präsenzmelder

In Fluren, Treppenhäusern und Gäste-WCs ist automatisches Licht bequem. Präsenzmelder reagieren auch auf kleine Bewegungen und halten das Licht an, solange sich jemand im Raum aufhält, etwa beim Kochen oder am Waschbecken. Lampen, die oft geschaltet werden, sollten dafür ausgelegt sein.

Tageslichtabhängige Regelung

Eine Steuerung kann das Kunstlicht nach dem vorhandenen Tageslicht regeln: An hellen Tagen wird weniger zugeschaltet, an trüben mehr. Das spart Strom und sorgt für gleichmäßige Helligkeit.

Einbindung ins Smart Home

Die Lichtsteuerung ist ein zentraler Teil vieler Smart-Home-Installationen. Eingebunden in ein übergeordnetes System kann das Licht beim Verlassen des Hauses zusammen mit anderen Funktionen abschalten oder morgens langsam heller werden. Wer von Anfang an auf ein offenes System setzt, kann später leichter erweitern. Mehr dazu im Ratgeber Smart Home im Neubau und auf der Seite Smart Home.

Beleuchtung in Büro, Laden und Halle

Büro

Für Arbeitsstätten gelten die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A3.4 und die Norm DIN EN 12464-1. Für Büroarbeitsplätze nennen die ASR A3.4 und die DGUV Information 215-410 einen Mindestwert der Beleuchtungsstärke von 500 Lux. Dazu kommen Anforderungen an Gleichmäßigkeit und Blendungsbegrenzung. Eine fachgerechte Planung ist hier keine Komfortfrage, sondern Teil des Arbeitsschutzes.

Lager und Halle

Wo große Flächen viele Stunden am Tag beleuchtet werden, wirkt sich die Umstellung von älteren Leuchten auf LED-Hallenleuchten besonders auf die Stromrechnung aus. Hinzu kommt der geringere Wartungsaufwand durch die längere Lebensdauer. Ob für ein Vorhaben gerade Fördermittel infrage kommen, sollte vor der Auftragsvergabe geprüft werden, weil sich die Programme häufig ändern.

Laden

Im Einzelhandel lenkt Licht die Aufmerksamkeit. Akzentlicht mit hoher Farbwiedergabe lässt Waren natürlich wirken, LED-Technik senkt dabei die Stromkosten. Mehr zu Arbeiten für Betriebe finden Sie auf der Seite Gewerbe und Industrie.

Kosten

Was eine Beleuchtungsplanung und Installation kostet, hängt von der Zahl der Räume, den Leuchten und dem Grad der Steuerung ab. Einer höheren Anfangsinvestition in LED-Technik und Steuerung stehen ein geringerer Stromverbrauch und seltenerer Lampenwechsel gegenüber.

Neuberger Elektrotechnik plant Licht für Wohnräume, Bäder, Außenbereiche und Arbeitsräume und installiert LED-Leuchten, Dimmer, Bewegungsmelder und Lichtsteuerung. Mehr dazu auf der Seite Licht und Beleuchtung, ein Angebot können Sie über die Kontaktseite anfragen.

Quellen

  1. Verbraucherzentrale: LED-Lampen: Worauf Sie beim Kauf achten sollten (Stand 11.02.2025)
  2. Verbraucherzentrale Niedersachsen: Heimliche Stromfresser im Haushalt (28.08.2025)
  3. Umweltbundesamt: Energieverbrauchskennzeichnung bei Lampen und Leuchten
  4. HEA: RAL-RG 678, Anforderungen an elektrische Anlagen in Wohngebäuden (Ausgabe Februar 2023)
  5. KomNet NRW: Mindestwert der Beleuchtungsstärke im Büro (ASR A3.4, Stand 06.08.2025)

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